„Sich selbst zu kennen, ist die erste aller Wissenschaften.“ (Platon)
Zwischen seelischen, körperlichen und sozialen Aspekten bestehen komplexe Wechselwirkungen. Diese lassen sich im alltäglichen Leben bei genauerem Hinsehen schnell erahnen, z.B. wenn jemandem „etwas auf den Magen geschlagen ist“ oder ein Thema „Kopfzerbrechen bereitet“. Das Fachgebiet der Psychosomatik beleuchtet ebendiese Wechselwirkungen. Das psychosomatische Verständnis trägt dabei der Tatsache Rechnung, dass es keinen Affekt, keine Emotion ohne körperliche Mitreaktion und keine körperliche Krankheit ohne psychische Auswirkungen gibt.
Halten im Leben eines Menschen Belastungen jedweder Art, Konflikte, Krisen oder schwierige Lebensumstände lange an, können sie Beschwerden beeinträchtigenden Ausmaßes auslösen, die den Lebensalltag belasten und ggf. zur zeitweisen Arbeitsunfähigkeit führen. Dann ist aus einer „normalen“ Wechselwirkung möglicherweise eine behandlungsbedürftige Erkrankung geworden.
Sind die entstandenen Einschränkungen schwerwiegend und verhindern sogar die selbstständige Bewältigung des Lebensalltages, reichen i.d.R. ambulante Behandlungsangebote nicht (mehr) aus und lassen eine vollstationäre Behandlung notwendig werden.
Im Rahmen einer stationären psychotherapeutisch-psychosomatischen Komplexbehandlung können wir dann dabei unterstützen, sich der Faktoren Ihres individuellen Krankheitsgeschehens bewusstzuwerden und ein ganzheitliches Krankheitsverständnis zu entwickeln.
Aufnahmeindikationen für die Behandlung auf der Station mit psychosomatisch-psychotherapeutischem Schwerpunkt
- Depressive Erkrankungen, Angst- und Zwangserkrankungen, Chronische Schmerzstörungen sowie Somatisierungsstörungen
- Psychosomatische Beschwerden im klassischen Sinne (z.B. Hauterkrankungen, Tinnitus, koronare Herzerkrankungen)
- Psychoreaktive Störungen im Rahmen körperlicher Erkrankungen
- Anpassungsstörungen infolge von Krisen und Belastungserfahrungen im häuslichen oder beruflichen Umfeld
- Traumafolgestörungen
- (Komorbide) Persönlichkeitsstörungen
Behandlungsziele
Die Bewusstwerdung des individuellen Gesamtgeschehens und der eigenen Problematik ist ein erster wichtiger Schritt, den es im Rahmen der stationären Behandlungszeit gemeinsam zu nehmen gilt. Aufbauend geht es dann darum, Vermeidungsverhalten und Rückzugstendenzen abzubauen und mit Blick auf die persönlichen Ressourcen und inneren Widerstandskräfte neue Möglichkeiten und Perspektiven zu erarbeiten und Veränderungen zu ermöglichen. Dabei ist die Übernahme von ausreichender Selbstverantwortung notwendig, damit die eigenen Fähigkeiten, Herausforderungen zu meistern und Ziele zu erreichen, wachsen und dann auch erlebt werden können.
Therapeutisches Angebot
Das Therapieprogramm besteht aus mehreren Elementen, das von einem gewachsenen, multiprofessionellen Team realisiert wird. Zum wöchentlichen therapeutischen Programm zählen:
- Psychotherapeutische Einzel- und Gruppensitzungen
- Psychoedukation
- Ärztliche Visiten und Sprechzeiten
- Bezugspflegerische – und soziotherapeutische Angebote
- Sozialdienstliche Beratung und Unterstützung
- Soziales Kompetenztraining
- Nonverbales Kommunikationstraining
- Physio-, Sport- und Bewegungstherapie
- Ergotherapie
- Entspannungs- und Achtsamkeitsverfahren
- tiergestützte Therapieangebote
Die notwendige Behandlungsdauer wird individuell ermittelt. Durchschnittlich beträgt sie 8 – 10 Wochen, im Falle von Kriseninterventionen etwa 2- 4 Wochen.
Sie benötigen Unterstützung bei der Bewältigung eines entstandenen psychischen Leidens?
In einem ambulanten Vorgespräch können wir gemeinsam einen ersten Blick auf Ihre individuelle Problemlage werfen und Ihre Motivation und die Ziele einer Behandlung besprechen. Einen Termin für ein Vorgespräch können Sie über unsere Case-Managerin Frau Warszawska vereinbaren: 05231 458 50 122





